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Ragnarök

Das Götterschicksal

Ragnarök Br
Dieses Bild zeigt eine Briefmarke der Färöer-Inseln auf der Naglfar abgebildet ist, das zu den Ragnarök heranfährt (Gemeinfrei).


Es ist vorbestimmt und durchzieht in dramatischer Weise die gesamten Handlungen die in der nordischen Mythologie vorkommen. Die Götter, die nicht absolut unfehlbar und moralisch sind, tragen den Hauptteil dazu bei, daß die Welt in Zerstörung und Chaos untergehen wird.

Gewalt, Krieg und Betrug beschwören Göttern und Menschen schwere Zeiten herauf. Odin erkennt das nahende Unheil und erweckt eine Seherin aus Utgard, der Unterwelt. Sie berichtet ihm vom nahenden Schicksal Balders, doch auch dem mächtigen Odin gelingt es nicht, dies zu verhindern. Der gute Gott des Lichtes fällt Loki´s List zum Opfer.

Die Götter, die den Bestand der Welt vor dem Rückfall ins Chaos sichern sollen, sind beunruhigt. Es mehren sich die Anzeichen für das Verderben, den Untergang. Unheilverkündende Träume verängstigen die Asen. Der Höllenhund Garm verschlingt die Sonne und der Fimbulwinter bricht herein, er ist das erste untrügliche Zeichen für den Beginn des Verderbens. Der Fimbulwinter vereint drei Winter zwischen denen es keinen Sommer gibt. Das Schneegestöber wird von Stürmen aus allen Richtungen herangetragen, in der ganzen Welt verfallen die Sitten und Krieg um Krieg bricht aus.


Brüder befehden sich und fällen einander,
Geschwister sieht man die Sippe brechen.
Der Grund erdröhnt, üble Disen fliegen;
Der eine schont des andern nicht mehr.


Das Ragnarök naht unerbittlich. Die Midgardschlang peitscht wütend das Meer auf und Midgard beginnt darin zu versinken. Die dem Ragnarök vorausgehenden Anzeichen, werden in einem Vers geschildert:

Unerhörtes ereignet sich, großer Ehbruch.
Beilalter, Schwertalter, wo Schilde krachen,
Windzeit, Wolfszeit eh die Welt zerstürzt.


Die Erde erbebt, Berge zerfallen, bei den Asen kräht der goldkämmige Hahn und es erwachen die Einherjar in Walvaters Halle. So dämmert nun der Tag heran, an dem die letzte Schlacht geschlagen wird. Es erwachen am frühen Morgen die Götter und Walvaters Einherjar in Walhall, aber auch die Mächte in Utgard erwachen, um die alles entscheidende Schlacht zu schlagen. Da ertönt gellend das Horn des Heimdall! Sein Klang verkündet das Ende. Yggdrasil, die alte Esche erzittert und die Asenbrücke Bifrost stürzt ein.

Die höllischen Mächte sind entfesselt und brechen los. Fenrir zerfetzt seine Fesseln, das Schiff Naglfar naht mit den Riesen von Hrymr heran - Loki ist es, der Naglfar steuert. Von Norden her naht ein Schiff mit den dunklen Mächten aus Utgard. Surtur führt die Söhne Muspells an. Mit Feuer und Schwert brechen sie von Süden herein. Fenrir folgt ein wildes Heer. Das Meer wogt wilder und wilder. Von allen Seiten bricht das Verderben über Midgard herein - die letzte Schlacht, das Götterschicksal, es hat begonnen.

Aus den Toren Walhalls strömen die Einherjar, Walvater Wodan reitet mit goldenem Helme, den Speer Gungnir in der Hand dem wütenden Wolf Fenrir entegegen, heldenhaft reitet er zu seinem letzten Kampf - er wird dem Fenrir erliegen, doch Vidar wird seinen Vater Odin anschließend rächen - er rammt ihm den Fuß ins Maul und durchstößt mir der Klinge Fenrirs Herz.

Freyr kämpft mit Surt, ohne sein treffliches Schwert jedoch, muß auch er erliegen. Thor führt seine Kämpfer gegen die Mächte Utgards. Er führt die Keilformation an, während er mit Mjöllnir Blitze schleudert und tief in die gegnerischen Reihen eindringt. Unabläßig wirft er den Hammer und Mjöllnir kehrt nach jedem Wurf in die Hand des Thor zurück. Doch auch der starke und mutige Thor fällt in der Schlacht. Er erschlägt mit dem Hammer die Midgardschlange, doch diese verspritzt dabei ihr Gift und nur noch neun Schritte kann er zurückweichen, ehe er an der Vergiftung stirbt und tot umfällt. Die Feindschaft zwischen Tyr und Garm, Heimdall und Loki endet darin, daß alle viere sich gegenseitig töten.

Nun entfacht Surtr das alles vernichtende Feuer. Die Erde brennt und sinkt ins Meer. Dampf sprüht auf, Feuer lodert und die Sterne verschwinden vom Himmel. Die Vernichtung ist groß aber nicht endgültig.

Eine neue gereinigte Welt steigt aus dem Meer hervor, als sich die Wogen geglättet haben. Die Überlebenden der Götter Vidarr, Vali, Magni und Mödi treffen einander auf der Ebene Idavöllr, dort wo einst Asgard gestanden hatte.

Balder, der Gott des Lichtes und Hödr kehren aus Hel zurück. Der Adler fliegt wieder und Balder und Hödr bewohnen Odins alte Siegeshalle - dem Heiligtum der Götter. Die Menschenkinder Lif und Lifthrasil überleben versteckt im Gehölz der Weltenesche; sie hatten sich vom Morgentau genährt und somit haben die Menschen überlebt.

Die alte Sonne gebar eine Tochter, bevor Garm sie verschlingen konnte - diese befährt nun die Bahnen die einst ihre Mutter befuhr.

Die Sage des Ragnarök zeigt, daß die Germanen sich im klaren waren, daß alle großen Dinge einst zu Grunde gehen werden. Jedoch zeigt das Überleben der Menschen und einem Teil der Götter auch, daß stets etwas neues entstehen wird. Ein ewiger Kreislauf.

Als Anmerkung möchte ich hier deutlich sagen, daß die „neue gereinigte Welt“ nichts mit NS-Rassenideologie zu tun hat. Gereinigt meint hier, gereinigt von Sittenverfall, Haß, List, Lug und Betrug. Nicht von "Untermenschen" oder ähnlichem Unsinn.


Dieser Artikel wurde am 20.08.2001 erstellt, die letzte Änderung erfolgte am: 03.01.2008.
© 2001 - 2008 Oliver Brinkop www.o-brinkop.de
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