Zwerge
Alle germanischen Akzente und Redensarten kennen das Wort "Zwerg". Dies ist nicht verwunderlich, denn dieser Begriff ist eindeutig germanischen Ursprunges. Im althochdeutschen twerc, im mittelhochdeutschen getwerc um nur zwei Beispiele zu nennen. Entgegen der heute häufig anzutreffenden Vorstellung, galten die Zwerge nicht zwangsläufig als klein. Offenbar sind die Zwerge eine Gattung der Alben (Elben) und zwar die Schwarz- oder Dunkelelben.
Die Zwerge nehmen in der germanischen und allgemein der nordischen Mythologie eine zwar wichtige aber dennoch passive Stellung ein. So werden sie von den Göttern um Rat gefragt, oder ihre Schmiedekunst, die in direktem Zusammenhang mit ihrer Kunst der Magie steht, wurde von den Göttern in Anspruch genommen.
So fertigten die Zwerge Sindri und Brokkr den Thorshammer Mjöllnir und Jarngreipr (die Handschuhe die Thor zum Halten des Hammers benötigte) und den Ring Draupnir. Von Zwergen stammen auch die Fesseln Fenrirs, der Speer Odins, das Schiff Skidbladnir (Skiðblaðnir) und im Grunde alle wichtigen Waffen und Ausstattungen der Götter. Sie waren also weise und verfügten über großes Geschick, magische Fähigkeiten und außergewöhnliche Handwerkskunst.
Die Zwerge leben unter den Bergen und in Vorgebirgen. Daher stammt auch der altnordische Ausdruck für das Echo am Berg "dvergmal" - Zwergenrede. Sie vermögen sich zu tarnen, da sie die Fähigkeit besitzen, durch Magie die Wahrnehmung des menschlichen Auges zu stören.
In "Hildebrands Sterbelied" in der Edda findet sich ein Hinweis darauf, daß die Zwerge in ihrer Handwerkskunst als unübertrefflich galten:
Geschmiedet waren
der Schwerter zwei;
Budlils Klingen;
nun brach die Eine.
Geschickte Zwerge
schufen beide,
wie vorher und nachher
niemand es kann.
Dieser Artikel wurde am 20.08.2001 erstellt, die letzte Änderung erfolgte am: 03.12.2006.
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