Heilige Stätten
(Bäume, Heilige Haine, Wälder) Ein Ausdruck der tiefen Naturverbundenheit der Germanen, war ihre Verehrung der Bäume. Bäume und allen voran die Esche hatten für die Germanen eine tief religiöse Bedeutung.
Bäume galten auch als Symbole für das Leben und die Fruchtbarkeit.
Jeder großgewachsene und freistehende Baum wurde als heilige Stätte verehrt und häufig auch als ein Ort genutzt, an dem den Göttern gehuldigt wurde.
Tempel im Sinne von Bauwerken gab es bei den Germanen nicht sehr häufig. Vielmehr gab es „Heilige Haine“, dies waren tiefe, unberührte Urwälder in denen die Germanen sich ihren Göttern wie
Thor,
Odin,
Heimdall,... näher fühlten. Dort brachten sie den Göttern auch
Opfer dar und huldigten ihnen. In diesem „Heiligen Heinen“ wurde kein Holz gehackt und auch keine Wild erlegt, es war ein Platz der Götter, der unberührt blieb und zum Beten, Opfern und für Feiern zu ehren der Götter genutzt wurde. Das altnordische Wort für Tempel „hörgr“ bedeutet so viel wie „Hain, Waldstück“.
Ausgrabungen von Tempeln der Germanen existieren daher kaum. Die Germanen wollten den freien Himmel über sich und die von den Göttern geschaffene, wilde Natur um sich haben, wenn sie beteten und bauten daher nur wenige Tempel. Von denen blieb allerdings nicht viel übrig, da sie von christlichen Missionaren niedergebrannt oder „umgeweiht“ und zu Kirchen umgebaut wurden.
Ein besonders berühmter Tempel ist der Tempel von Uppsala in Schweden. Dieser wird als komplett vergoldet beschrieben und lag natürlich mitten im wilden Wald und von hohen Bergen umgeben. Neben dem Tempel soll ein mächtiger Baum gestanden haben, der immergrün war. Der Tempel war von einer Kette umspannt, die an den Giebeln befestigt war. Die Existenz des Tempels gilt als erwiesen und wurde durch archäologische Untersuchungen belegt, die unter der christlichen Kirche stattfanden, die nun dort steht....
Auch lange nach der aufgezwungenen Christianisierung der Germanen, gingen viele noch heimlich in die heiligen Wälder um ihren wahren Göttern
Opfer darzubringen und sich ihnen nahe zu fühlen. Da dies den christlichen Missionaren natürlich nicht ewig verborgen blieb, wurden diese Waldstücke von Christen zerstört. So ließ z.B. ein Bischof bei Bremen einen ganzen Wald vernichten, weil er bemerkte das die Germanen dort heimlich zu den alten Göttern beteten.
Bei Geismar ließen christliche Missionare eine große, freistehende Eiche, die als Donarseiche verehrt wurde, fällen und zum Hohn gegenüber den „Ungläubigen“, wurde aus dem Holz eine christliche Kapelle erbaut.
Dieser Artikel wurde am 11.02.2006 erstellt, die letzte Änderung erfolgte am: 09.12.2007.
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