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Edda

Eddadeckblatt

Isländische Handschrift aus dem 18. Jahrhundert (gemeinfrei).


Die Edda ist eine Sammlung altnordischer Götterdichtungen, Spruchweisheiten und Heldengesänge der alten Germanen.
Ödr "Dichtung, Gedicht", könnte einer der Ursprünge des Namens sein. Es ist jedoch auch möglich, daß der Name von "Oddi" herstammt. Dies ist der Name des Hofes, den der vermeintliche Verfasser der jüngeren Edda (Snorri Sturluson) auf Island bewohnte.

Diese kurze Beschreibung wird der eigentlichen Bedeutung der Edda jedoch nicht gerecht. Die Edda verkörpert einen von Generation zu Generation weitergegebenen Leitfaden für das Leben. Sie enthält in Form von Dichtungen und Liedern Verhaltenskodexe, nach denen die Germanen lebten bzw. die einen hohen Stellenwert in ihrem Leben einnahm. Selbstverständlich wird sich nicht jeder Germane zu 100% an all dies gehalten haben.

Die Edda berücksichtigt natürlich auch den religiösen Glauben der Germanen an ihre Götter, der heute leider nur noch wenig in der Bevölkerung bekannt ist. Ich bin der Meinung, auch heute noch, ist die Edda eine der wichtigsten Wurzeln der Vorfahren des Deutschen Volkes und somit auch der Deutschen selbst. Ich finde es sehr schade, daß kaum ein Mensch sich für dieses faszinierende Werk interessiert; man guckt sich lieber (meiner Ansicht nach) schwachsinnige Fernsehsendungen an, die an sich (meiner Meinung nach) keinen besonderen Mehrwert für das Leben bringen.

Die Edda bringt diesen jedoch mit sich. Viele der Lebensregeln, die man in der Edda wiederfindet sind auch heute noch sinnvoll bzw. haben einen hohen Wert. Ob in den Heldenliedern, der Götterdichtung, oder den Spruchweisheiten, überall findet man auf faszinierende und schöne Weise eine Vermittlung von Werten und Regeln für das gewinnbringende Zusammenleben.

Um nur einige Beispiele (aus dem "Alten Sittengedicht") zu nennen, die mir spontan einfallen (ohne den Anspruch zu erheben, daß sie nach Wichtigkeit sortiert sind, oder das es nicht bessere Beispiele gäbe):

Ich habe heute oft den Eindruck, daß Menschen mehr nach dem bewertet werden, was sie sich leisten können - Stichwort "Konsumterror".

Im "alten Sittengedicht" auch "Havamal" oder "Des Hohen Lied" in Strophe 10 heißt es:


Nicht bessre Bürde bringt man auf Reisen
Als Wissen und Weisheit.
So frommt das Gold in der Fremde nicht,
In der Not ist nichts so nütze.


Dies hat auch heute noch Gültigkeit. Sicher ist es besser, seinen Kindern Wissen und Verstand mit auf den Weg zu geben, als es im Auto zur Schule zu chauffieren und ihm überteuerte Kleidung zu kaufen.

Hier noch einige Beispiele, die ganz offensichtlich auch heute noch einen Bezug zum realen Leben haben.

In der Strophe 6 heißt es:


Doch steife sich niemand auf seinen Verstand,
Acht hab er immer.
Wer klug und wortkarg zum Wirte kommt
Schadet sich selten:
Denn festern Freund als kluge Vorsicht
Mag der Mann nicht haben.


In der Strophe 21 heißt es:


Der Armselige, Übelgesinnte
Hohnlacht über alles
Und weiß doch selbst nicht was er wissen sollte,
Daß er nicht fehlerfrei ist.


Hat ganz offensichtlich auch heute noch seine Gültigkeit...

In der Strophe 34 heißt es:


Zu gehen schickt sich, nicht zu gasten stets
An derselben Statt.
Der Liebe wird leid, der lange weilt
In des Andern Haus.


Strophen 35 und 36:


Eigen Haus, ob eng, geht vor,
Daheim bist du Herr,
Zwei Ziegen nur und dazu ein Strohdach
Ist besser als Betteln

Eigen Haus, ob eng, geht vor,
Daheim bist du Herr.
Das Herz blutet jedem, der erbitten muß
Sein Mahl alle Mittag


Strophe 51:


Die Gabe muß nicht immer groß sein:
Oft erwirbt man mit wenigem Lob.
Ein halbes Brot, eine Neig im Becher
Gewann mir wohl den Gesellen


Strophe 55:


Der Macht muß der Mann, wenn er klug ist,
Sich mit Bedacht bedienen,
Denn bald wird er finden, wenn er sich Feinde macht,
Daß dem Starken ein Stärkerer lebt



Ich hoffe ich konnte mit diesem kleinen Auszug einen Eindruck vermitteln und Interesse wecken.

In Gesprächen mit Mitmenschen stellte ich häufig fest, daß viele der Meinung sind, es handele sich bei den Gedichten und Liedern der alten Germanen um irgendwelchen Quatsch über Monster oder andere unrealistische Dinge, die keinen Bezug zur heutigen Wirklichkeit haben.
Dem ist nicht so! Natürlich sind die Formulierungen aufgrund ihres Alters etwas gewöhnungsbedürftig.
Dieser Artikel wurde am 06.02.2003 erstellt, die letzte Änderung erfolgte am: 20.11.2007.
© 2003 - 2007 Oliver Brinkop www.o-brinkop.de
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